Da man den Markt, die Börse nicht präzise und regelmässig in seinen Zeitreihen voraussehen kann – sondern nur immer im Nachhinein alles weiss – ist es für einen Privatanleger und Neu-Einsteiger sehr wichtig, eine Strategie zu haben, die einen vom Markt unabhängig werden lässt.
Um vom Markt unabhängig zu werden, muss ich zuerst ein paar Dinge verstehen und für immer verinnerlicht haben:
- Der Markt, die Börse ist nicht wirklich voraussehbar (Präzisierung weiter unten),
- Hin und Her macht Taschen leer,
- Ich muss wissen, was ich tue,
- Ich brauche eine Strategie, die mich vom Markt unabhängig macht,
- Ich muss wissen, was ich nicht weiss,
Der Markt, die Börse ist nicht voraussehbar
Der Markt ist nicht voraussehbar, die Börse nicht und unser Leben auch nicht. Ganz einfach, weil keiner hellsehen kann.
Voraussehen heisst: Ich kann es, ich weiss es und darum habe ich auch jedes Mal Recht und bin steinreich. Punkt. Alles andere ist glauben, hoffen, denken, verkaufen. “Eine Ahnung haben”.
Wer den Markt voraussehen kann, der arbeitet ja – bis zu einem gewissen Grad – auch nur mit seinem eigenen Geld, da er es ja ständig und schnell verdoppelt, verdreifacht, verzehnfacht etc., er kann ja den Markt voraussehen.
Er braucht also auch keine zusätzlichen Einnahmen durch Prognosen-, Börsenbrief-, Finanzmedienverkauf etc., weil er sehr schnell immer reicher wird. Blablabla…, warum diversifizieren die denn alle?
Weil sie anscheinend selber nicht an das glauben, was sie da schreiben. Wenn Sie mal verstanden haben, dass all die Experten, Analysten, Zeitungen, Gurus, ja etwas schreiben müssen, weil das die/ihre Medienchöre sind, dann haben Sie schon viel verstanden.
Ich bin sicher, jeder versteht und erkennt diese Widersprüche sofort. Und doch, interessanterweise, lesen wir alle Marktprognosen, charttechnische Prognosen, Börsenbriefe, Finanzmedien und alles Mögliche in diese Richtung, um unsere Performance zu verbessern. Warum?:
- Wir wollen es besser machen,
- Wir wollen besser werden,
- Wir lassen es gar nicht an uns dran,
- Unbewusstheit und Selbstüberschätzung,
- Besser sein wollen als die Masse,
- Weil es uns seit eh und je so verkauft wird,
- Weil dieser Mythos von vielen Scharlatanen noch heute so vertreten wird,
- Mangel an Erfahrung,
- Mangel an Wissen, was wirklich möglich ist,
- Interesse am Thema,
- Neugier,
- Angst und Unruhe,
- Es nicht mehr lassen zu können,
- Aus beruflichen Gründen, etc.
Sie sehen, es gibt von allem etwas. Und das ist auch gut so. Schlussendlich stehen Sie als Privatanleger aber immer wieder am genau gleichen Punkt wie vorher: “Der Markt ist nicht voraussehbar.” Und vergessen Sie nie: “Alle wollen immer nur Ihr bestes, nämlich Ihr Geld.”
Im Nachhinein können alle ganz genau sagen, was der Grund für dieses und jenes gewesen ist. Bei den Fundamentalen, wie bei den Charttechnikern. Denn schliesslich geht es um Verkaufszahlen und Bekanntheitsgrade, um sich einen Namen zu machen und nicht um praktisches und profitables Handeln, Investieren und Anlegen.
Für mich gibt es innerhalb dieser ganzen Materie nur einen Unterschied:
- Entweder ich habe das richtig gelernt,
- Ich habe viel Erfahrung,
- Ich kann durch den richtigen Umgang mit Chancen und Risiken einen stabilen, beständigen positiven Leistungsausweis – also einen regelmässigen Cashflow und eine passable Trefferquote etc., hervorbringen – oder eben nicht.
“Deswegen kann ich den Markt aber trotzdem nicht voraussehen, ich manage nur profitabel meine Wahrscheinlichkeiten”
Ich kann also nur – mit meinen Strategien und Vorgehen – geschickt im Markt agieren und Wahrscheinlichkeiten handeln. Und genau das ist es auch. Punkt. Und genau das sollte ich auch so kommunizieren. Aber wenn das Sich-Vermarkten als Guru eben mehr einbringt als das eigene Börsenkönnen, dann bringt es eben mehr ein.
Eine 50 – 70%-ige Trefferquote eines routinierten Händlers, kann gut reichen – wenn ich es praktisch auch richtig angehe – um profitabel den Markt “vorauszusehen” und dadurch eine gute kontinuierliche Rendite zu erwirtschaften.
Das war es dann aber auch. Nix voraussehen. Für einen Laien oder Privatanleger letztendlich nicht zu empfehlen.
Hin und Her macht Taschen leer
Vermögensaufbau oder Trading. Vermögensaufbau ist für den Privatanleger – in dieser Angelegenheit – das Sinnvollste, das er tun kann. Es ist langfristig, regelmässig, ruhig, beständig, strategisch kontrollierbar und das Vermögen – durch den Zinseszins der regelmässigen Einzahlungen– wächst und wächst in kleinen Schritten, aber stetig. Und je nach strategischem Vorgehen können Sie den Markt vergessen, oder schauen 1x pro Monat hin.
Beim Trading (schnelleres Hin und Her), stehen Sie ja immer in Konkurrenz zu sich selbst. Sie haben z.Bsp. einen grösseren Stress, Sie müssen mit Verlust-Stoppkurs arbeiten, das was Sie bei einem Trade gewinnen, verlieren Sie beim nächsten Versuch wieder, weil der Trade in den Stoppkurs (Verlustsicherung) gelaufen ist, etc.
Denken Sie mal darüber nach: Wenn ich ein Depot mit 50’000 Franken hätte, und damit meinen Lebensunterhalt verdienen müsste und dazu noch einen Vermögensaufbau vorantreiben sollte, dann kann das sehr schnell viel Arbeit werden. Ganz geschweige von den Nerven, die ich brauche, um das durchzuhalten.
Mit dem Depot einen Monatslohn reinholen? Da brauche ich schon sehr viel Können und ein Depot von 60’000 – 100’000 SFr. Ich kenne persönlich einige aktive Händler und Trader/innen in der CH, D und den USA, die eine Familie, 2-3 Kinder, 2 Autos, Haus, Hypotheken und alles drum und dran finanzieren. Die sind alle bei Depotgrössen im mittleren 6 und im unteren 7-stelligen Bereich.
Nur bei profitablen Tradern wird das Gesetz von “Hin und Her macht Taschen leer” nach oben hin ausgehebelt. Und denken sie bloss nicht, das ist so einfach.
Auch dieses “jetzt kauf ich einfach mal was….”, würde ich gar nicht anfangen. Sie werden immer wieder, das was Sie gerade gewonnen haben, beim nächsten Fehler wieder verlieren.
Beim systematischen Vermögensaufbau gehen Sie arbeiten und bauen nebenbei Ihr eigenes Vermögen auf. Und, Sie stehen nicht in direkter Konkurrenz zu sich selber – im Sinne von “schon wieder Geld verloren”.
“Im Endeffekt sind Sie als Privatanleger schneller – mit ruhigem Vorgehen – als mit schnellem Hin und Her”
Ich muss wissen, was ich tue
Ich muss wissen, was ich tue und warum ich es tue. Tönt auf Anhieb blöd, ist es aber nicht. Sie müssen darüber nachdenken, warum sie einen Vermögensaufbau beginnen und wohin Sie damit wollen. Z.Bsp:
- Ich beginne einen Vermögensaufbau, weil ich im Alter mehr Geld zur Verfügung haben will,
- Oder, weil ich so schnell wie möglich finanziell unabhängig werden will,
- Oder weil ich bemerkt habe, dass ein sattes, finanzielles Polster, für meine Gesundheit – sprich Sicherheit – sehr wichtig ist usw.
Wenn Sie es nicht für sich selbst klarlegen und für diese, IHRE Idee auch keine Begeisterung entwickeln, dann werden Sie diesen Marathon nur sehr schwerlich wirklich durchstehen. Ich würde sogar behaupten, nach einigen Monaten oder Jahren schmeissen Sie – durch Mangel an Verständnis – desillusioniert, einfach hin.
Der ganze, schöne “Start-Batzen” wird dann für “Leben”, einfach verputzt. Bis zur nächsten Krisis.
Ich brauche eine Strategie, die mich vom Markt unabhängig macht
Strategie ist ein systematisches Vorgehen, um ein vorher festgelegtes Ziel auch zu erreichen. Eine Strategie sollte gut durchdacht und in der Praxis unbedingt erprobt sein. Lassen Sie also die Finger von Tipps wie: Kauf jetzt Bitcoin, oder kauf jetzt Dollar und wie all die schnellen Ideen so heissen.
PS: Natürlich können Sie einen Teil Bitcoin kaufen oder Dollar, wenn Sie es verstehen, aber nicht alles auf ein Pferd setzen. Immer innerhalb Ihrer Strategie und Ihrer risikoangemessenen Diversifikation.
Zum Thema “In der Praxis erprobt” wieder ein Beispiel aus dem Trading. Ein wirklich guter und profitabler Trader, der hat die Signale seiner Strategie – nach denen er kauft und verkauft – auf sicher 5 Jahre zurück “ge-back-testet”.
Das heisst, er kontrolliert mit einem speziellen Programm die zurückliegende Trefferquote seiner Signale – innerhalb seines Marktes – und erst, wenn die z. Bsp. über diesen Zeitraum bei 70% liegen, beginnt er nach seinen – vorher ganz klar festgelegten – Kaufsignalen das Chance Risiko Management aufzubauen. Und erst dann beginnt er.
Die meisten fangen einfach mal an und glauben, das funktioniert. Ja, manchmal!…tun Sie das mit Ihrem Geld nicht!!!
Das Vorgehen für sich selber zu entdecken ist die Hauptarbeit, wenn man mit dem Vermögensaufbau beginnt. Grobe Richtungen sind:
- Dividenden Strategie,
- ETF-Strategie,
- Depot mit Einzeltitel,
- Ev. Fokus-Strategie mit Einzeltitel (5vor12-Strategie),
- 2-te Säule und Säule 3a und 3b Einzahlungen,
- Drittlösung bei einem Vermögensverwalter, Versicherung, oder einer Bank Ihres Vertrauens etc.
Es gibt einiges an Möglichkeiten und sobald Sie sich beginnen mit der Materie ein bisschen auseinanderzusetzen, werden Sie auch recht schnell erkennen und spüren, was für Sie das Richtige ist. Die oben aufgeführte Reihenfolge bezieht sich nicht auf “besser oder schlechter”, das kann man so nicht sagen. Jeder ist individuell und hat andere Ziele, Risikofähigkeiten und Vorlieben.
“Der Kluge lernt schnell – aus allem und von jedem – der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme, der weiss eh immer alles besser”
Ich muss wissen, was ich nicht weiss
Wenn ich wieder zurück zum Anfang gehe: “Sie müssen vom Markt unabhängig sein”, dann basiert das auf der sehr, sehr langen Erfahrung meiner Familie in Aktien/Unternehmensbeteiligungen zu investieren.
Schon zu Zeiten meines Grossvaters und ebenfalls meines Vaters, und auch zu meiner Zeit und auch zur Zeit meines Sohnes, wird man versuchen, durch Berechnungen und Vorausdenken sich abzusichern.
Mit mehr oder weniger Erfolg. Die Trefferquote der Analysten, Experten und Gurus spricht Bände. Vielen fällt es schwer, sich zuzugestehen, dass sie den Markt nicht voraussehen können. Dass sie nichts wirklich timen können, ausser die Wahl ihrer Strategie, ihres Vorgehens, ihrer Risikofähigkeit etc.
Ich muss wissen, was ich nicht weiss, will sagen: Wir wissen schlussendlich mehr Dinge nicht, als wir glauben Dinge zu wissen. Alles immer Annäherungen und Schätzungen, aber in der Summe eben immer Annahmen. Folglich:
“Angemessen diversifizieren und Wahl der passenden Strategie”
Denken Sie immer dran: Sie sind nicht Warren Buffett oder George Soros. Sie sind aber Sie und wenn Sie konsequent damit beginnen, dann geht das vorwärts und Sie haben Ihre Zahlen und Ihre Ergebnisse. Und nicht die von allerlei Verkäufern und Schaumschläger.
Und ich kann Ihnen sagen, am Anfang sieht das nach wenig aus, aber nach einigen Jahren werden Sie staunen. Das menschliche Gehirn kann nicht exponentiell denken, der Zinseszins-Effekt der regelmässigen Einzahlungen, hält sich aber trotzdem dran.
Und als junger Mensch haben Sie das grosse Plus ZEIT auf Ihrer Seite. Mein Grossvater, meine Grossmutter, mein Onkel, meine Eltern (und meine Wenigkeit), etc., sie alle haben etwas gemeinsam: Sie haben ihre Investitionen gehalten, über Generationen. Und haben es innerhalb der Familie weitergegeben.
Sie haben ihre Unternehmensbeteiligungen / Unternehmen, ihre Investitionen, ihre physischen Sachwerte immer gepflegt, begleitet, angeschaut und überwacht. Der Grundsatz war immer: Kaufe nur, was du verstehst. Dadurch wurden Kauf- und Verkaufsentscheidungen immer nachvollziehbar.
Und es wurde auch möglich, regelmässig in schwierigen Marktphasen – sprich: Crashs und grösseren Korrekturen – Positionen zuzukaufen, bei nachvollziehbaren Parameter, gezielte Teil-Positionen abzubauen, und in ganz seltenen Fällen, wenn eine Investitionsbasis nicht mehr klar durchschaubar war, dieselbe aufzulösen.
Entscheidend war immer, nicht dem Markt und der Masse zu verfallen, sondern durch Bescheidwissen eigene Entscheidungen zu erarbeiten und darauf aufzubauen. Bescheid wissen über das Investitionsthema und selber denken.
Und jetzt, wie immer, die Dauerfrage: “Muss ich das selber machen?” NEIN, müssen Sie nicht. Viele wollen das nicht selber machen: “Zu anstrengend”, “In der jetzigen Marktlage eine Katastrophe”, “Beruf und Familie sind mir wichtiger”, etc.
Es sind im Verhältnis zur Masse immer nur wenige, die das selber in die Hand nehmen. Weil, es braucht Voraussetzungen! Bildlich gesprochen: Beruf und Berufung. Man hat innerlich etwas mit der Materie zu tun. Das hat nichts mit gut oder schlecht, besser oder weniger gut zu tun. Sondern nur mit tun oder nicht tun. Es gibt für alle angepasste Alternativen:
- Roboadvisor: z. Bsp. Swissquote, TrueWealth, VZ Vermögenszentrum etc.
- ETF- Strategien: ebenfalls Swissquote, TrueWealth, VZ Vermögenszentrum, Ihre Hausbank etc.
- Banken mit Courtagen um 30 SFr.: Basler KB EasyTrading, Cash – banking by bank 2 Plus, Corner Trader, VZ Vermögenszentrum, Moneyland > Bank/Broker Vergleich,
- Sparplan Ihrer Hausbank,
- Einzahlungen in die 2-te Säule,
- Einzahlungen in Säule 3 und 3a: VIAC Vorsorge mit Säule 3a App,
- Und alles andere, was durch sich Schlaumachen noch zum Vorschein kommt.
Vermögensaufbau funktioniert nur langfristig und überlegt. Wie Sie das machen, ist Ihre Angelegenheit. Hauptsache, Sie tun es. Und hauptsächlich Sie prüfen die Chancen und Risiken Ihrer Drittparteien-Wahl! Lassen Sie den Markt Markt sein und seien Sie auf das Richtige fokussiert, der Rest kommt von alleine.
PS: Ich bekomme von all den oben erwähnten Namen kein Geld. Sie werden schon in meinem Buch erwähnt und im Kapitel 6: Was brauche in noch, innerhalb ihres Angebotes miteinander verglichen. Sie gehören für mich zum Schweizer Basis-Grundangebot innerhalb des privaten Vermögensaufbaus.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Sonntag viel gute Laune, beste Erholung und einen klaren Kopf in all ihren wichtigen Themen… und vor allem…
Weiterhin viel Erfolg beim Investieren, Nachdenken und beim Vermögensaufbau. Denken Sie viel über Ihr strategisches Vorgehen nach, es lohnt sich.
Herzlichst der 5vor12
Mehr zu unserer Strategie im Buch: 5vor12 – Das Aktien Investing Lernprogramm.
P.S. Wer daran interessiert ist, sein Vermögen früh und über solide Unternehmensbeteiligungen aufzubauen, sich dass Wissen aber nicht alleine aneignen möchte, der findet in unserem 5vor12 – Basiskurs kompetente Unterstützung.
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