Was tut sich innerhalb der seit Ende Januar 2018 laufenden Korrektur? Kann man da schon mehr sagen? Ja, wenn man mit Alternativen umgehen kann.
Chart1:
Monatschart Dow Jones Index 1990 – 2020, eine Kerze entspricht einem Monat – Chart by Guidants.
Chart2:
Monatschart Dow Jones Index 1990 – 2020, eine Kerze entspricht einem Monat – Chart by Guidants.
Beginnen wir bei den Monatscharts und arbeiten uns in den aussagekräftigen Zeitebenen nach unten. Monatscharts zeigen sehr gut das anstehende Potenzial, den Ist-Zustand und die korrektiven Varianten (Unterstützungen).
In Chart1, dem ursprünglichen Chart, wird deutlich, welches enormes, zukünftiges Potential der Dow Jones freischalten kann, sollte die Rückeroberung des Trendkanals nachhaltig sein. Und im Moment spreche ich von charttechnischer Nachhaltigkeit und nicht von realwirtschaftlicher.
Die Charttechnik benutzt keine Fundamentaldaten, es werden nur charttechnisch visualisierte Daten verarbeitet. Getreu dem Motto: Glauben, was ich sehe. Anhand dieser Muster, werden kurz-, mittel-, und langfristige Ein- und Ausstiege ganz klar definiert.
In Chart2 sehen wir die genau gleiche Situation wie in Chart1, nur mit einem anders gewichteten Trendkanal. Wir haben die seit 2009 deckelnde Trendlinie als obere Trendkanallinie genommen und nach unten projiziert.
Das gibt eine ganz andere Marschroute. Beide Trends steigen, nur in Chart2 ist, bei ca. 31’000 Punkten, die obere Trendkanallinie wieder erreicht. Das heisst, wenn der Dow Jones diese Linie, in Chart1 sichtbar, und in Chart2 als obere Trendkanallinie markiert, impulsiv und nachhaltig überwindet, sind weiter steigende Kurse erste Wahl.
Da die Signifikanz dieser Linie, mit 10-maligem Anlaufen, genug unter Beweis gestellt wurde, wird sich auch dort, das weitere Geschehen entscheiden. Sollte es dem Dow Jones nicht gelingen dies Linie zu überwinden, sind fallende Kurse wahrscheinlich.
Diese fallenden Kurse können dann sehr gut nochmal in den 21’000/22’000er Bereich gehen (ca. 35%-ige Korrektur auf die untere Trendkanallinie), oder noch weiter nach unten durchbrechen.
Und, ob sie es glauben oder nicht, es könnte auch erst dann der Beginn eines längeren Bärenmarktes einläuten, wenn der Dow die Linie zum 11x nicht überwinden kann (Siehe unten: Möglichkeit 1: Korrektive Variante und Möglichkeit 2: Bärische Variante).
Für einen gesunden Strategieplan, oder eine intelligente und durchdachte Depotgestaltung, reichen diese Daten allemal. Und ich meine eine Strategie, oder Depotgestaltung, die wirklich praktisch geprüft und in schwierigen Marktphasen nachweislich – meiner Natur entsprechend – akzeptable Ergebnisse hervorbringt.
Einfach, irgendwann mal kaufen, warten, bangen, hoffen, dann wieder irgendwann mal wieder verkaufen, häufig im Verlust des Stoppkurses, um dann wieder irgendwann zu kaufen, ist keine Strategie. Das ist Roulette. Wird leider immer wieder angewandt.
Wie alle längeren Leser wissen, erwarten wir noch immer eine beendente Welle 5. Diese beendende Welle 5 kann extendieren bis in den 70’000er Bereich (obere Trendkanallinie Chart1), oder aber auch bei 31’000 Punkten schon beendet sein. Warum?.
5er Wellen können: “Normal”, also Regelkonform, extendierend (stark Ausgedehnt), oder versagende Wellen 5 werden. Versagende Wellen 5, sind sehr kurze Wellen. Man weis es meistens erst im Nachhinein. Eben, keine Hellseher.
Die Schwierigkeit der Projektion liegt auf der Hand. Am Ende eines Trend, kommt es meistens zu starken Übertreibungen, weil die einen Angst haben etwas zu verpassen und noch schnell Einsteigen wollen. Und, weil ein Trend so lange läuft bis das er bricht. Will heissen: Die Energie treibt die Energie. Das kann sehr lange Anhalten und jeden Realitätsbezug zur Basis verlieren.
Für den Anleger, mit unterdurchschnittlichen Markt- und Strategiekenntnissen, heisst das jetzt schon angemessen positioniert zu sein. Verfallen Sie keiner übermässigen Gier, das ist zur Zeit nicht das Richtige, bleiben sie “intelligent”.
Wenn der Dow durch die kritischen Zonen hindurch ist, können Sie in einer Korrektur (z.Bsp. re-test der deckelnden Trendlinie seit 2009), vermehrt wieder einsteigen. Vergessen sie dann aber nie, diese Bewegung ist nicht unendlich und das Ende wird kommen.
Wichtig: Trotz enormer Geldmengenausweitungen, immer grösserer Staatsschulden, immer grösserer Instabilität, können der Dow Jones und auch Gold, sehr gut parallel zueinander steigen. Die Entwertung findet über die Währungen statt.
Die Zeit des “Gold steigt und der Dow fällt dann”, wird immer mehr ausgehebelt. Da viele Gelder, die die Notenbanken in den Markt bringen, wenn auch nur temporär, im Aktienmarkt geparkt werden, führt dieser vorangegangene Geldschöpfungsprozess zu einer immer grösseren Geld- und Währungsentwertung.
Das bringt den Goldpreis zum Steigen. Eigentlich “einfach gesagt”: ist es nicht der Goldpreis, der seinen Preis nach oben hin ändert, sondern die Währungen sind immer weniger wert.
Gold hingegen ist immer gleich viel wert über Generationen. Es sind nur die verschiedenen Währungen, die ihm immer und immer wieder von neuem sagen wollen, was er, sie, es, nämlich Gold, wert ist. Was danach kommt, wissen alle langfristigen, physischen Goldhalter.
Es (der Goldpreis) geht nämlich rauf und runter und dennoch kann man alle 10,20,30 Jahre eine immer wieder, ziemlich ähnliche Menge der gleichen Güter, zu deutlich verschiedenen Preisen bekommen. Gold erhält den Wert. Es erhält die Kaufkraft von Geld über die Dauer von Zeit.
Fazit: Arbeiten Sie an Ihrem strategischen Vorgehen. Wie sind Sie mit Ihrem/Ihren Depot/Depots aufgestellt und abgesichert, wenn eine grössere Bereinigung in Bewegung kommt. Das ist bei jedem individuell, wie seine Situation, aber trotzdem immer Ihre Aufgabe.
Chart3:
Tageschart Dow Jones Index, Mai 2019 – Mai 2020, eine Kerze entspricht einem Tag – Chart by Guidants.
Auf dem Tageschart vom Freitag erkennt man sehr deutlich, dass der Dow Jones die 200-Tagelinie und den Trendkanal, impulsiv überwunden hat. Ganz ehrlich gesagt, keine schlechte Leistung. 70-80% aller “Trendkanalverlasser” prallen danach, nach unten hin, ab.
Der Dow zeigt Stärke. Trotz eines überkauften Indikators und rückläufigem Volumen (roter Balken). Nun, der Trendkanal ist in dieser speziellen Situation auch nicht relevant, relevant ist die braun gepunktete deckelnde Trendinie seit 2009, bei ca. 30’000/31’000.
Dort spielt die Musik. Das weiss auch der Markt. Nächste Woche muss der Dow Jones weiter steigen, sollte es wirklich eine Welle 3 sein. Wenn nicht, dann könnte die Korrektur eine Welle 2, unterhalb des kleinen Aufwärtstrendkanals bei ca. 24’000 sein.
Tiefer sollte er nicht mehr zurücklaufen, sonst wäre das ganze Aufwärtsmomentum gestoppt. Ein Rücklauf um die überkauften Indikatoren zu Entspannen ist wünschenswert, um neuen Schwung zu sammeln, aber eben, nicht mehr zu tief.
Um dieses 11-jährige Problem in Form einer Trendlinie dann zu meistern, braucht es Dynamik und Impulsivität in Form von aktiven Käufern. Sonst wird es wieder ein an der Trendlinie herumhangeln, mit anschliessenden Absturz. Auch von dort kann der Dow wieder aus dem Trendkanal heraus fallen.
Schauen wir uns die Verlaufsmöglichkeiten im Wochenchart an:
Möglichkeit 1: Korrektive Variante
Möglichkeit 2: Bärische Variante
Möglichkeit 1: – Korrektive Variante
Innerhalb der Korrektur seit Januar 2018, haben wir die abschliessenden Welle C nach unten, die die Welle 4 abschliesst, beendet. Jetzt geht es in den Wellen 1, 2 und 3 wieder nach oben Richtung 30’000 / 35’000 / 40’000.
Alternativ und regelkonform ist die A-B-C Bewegung seit 2018 erst eine komplettierte Alt.A, wir vervollständigen jetzt die Alt.B und anschliessend die Alt. C nach unten, in den Bereich des alten Hochs aus dem Jahre 2007, in den 14’198 und ev. 15’368 Punkte Bereich. Erst danach beginnt der Anstieg.
Die blauen Pfeile oben, sollen zeigen, dass die Welle 5, und somit eine übergeordnete Welle Alt.1, jederzeit fertig sein kann.
Reminder: Erst wenn wir die deckelnde Trendlinie seit 2009 (braun gepunktet) nachhaltig überwunden haben, sind wir in einem neuen, weiteren Teil des Bullenmarktes und haben auch eine extendierende Welle 5, deren Grösse man dann, anhand der ersten entstehenden 1-2 Bewegung, auch wieder besser abschätzen kann. Alles darunter ist ungewiss und nur der Weg dort hin.
Wochenchart Dow Jones Index 2014 – 2020, eine Kerze entspricht einer Woche – Chart by Guidants.
Möglichkeit 2: Bärische Variante
Die pinke 5 ist schon das Ende der Welle 5 – der übergeordneten grossen 1 – 2 Bewegung und wir könnten damit beginnen, die langfristige Abwärtsbewegung auszubauen.
Dann wäre die orange Alt.1 beendet. Der aktuelle Rücklauf die Welle Alt.2. Und danach käme die starke Welle Alt.3 nach unten. Gefolgt von den Wellen 4 und 5, mindestens in den 10’407er Bereich. Ev. weiter bis in den 6000 / 4000er Punkte Bereich.
Wochenchart Dow Jones Index 2015 – 2020, eine Kerze entspricht einer Woche – Chart by Guidants.
Der versierte Investor wird anhand dieser beiden Variationen – im Voraus – einen Fahrplan entwerfen, wie er oder seine Strategie dann agiert, wenn die Möglichkeiten sich bestätigen. Und zwar unter Berücksichtigung von beiden strategischen Gemeinsamkeiten – welche diese zwei Möglichkeiten – innerhalb seiner Positionierung für ihn eröffnen.
Wenn Sie einmal verstanden haben, dass niemand weiss, was kommt und dass auch niemand Ihnen sagen kann, was Sie tun sollen – weil keiner hellsehen kann – dann lernen Sie die alternativen Wellen-Möglichkeiten dieser Lehrweise sehr schätzen.
Sie müssen lernen selber zu denken und sich strategisch zu positionieren – vorbereitet zu sein – und Positionen entsprechend Ihrer Strategie “intelligent” aufzubauen und abzubauen.
Legen Sie jetzt Ihre Strategie fest und halten Sie sich daran. Erkennen Sie die verschiedenen Möglichkeiten, die Ihnen das Leben, die Märkte bieten.
Über weitere Geschehnisse halte ich Sie auf dem Laufenden.
Einen schönen Sonntag, gute Erholung und beste Gesundheit, wünsche ich Ihnen. Bleiben Sie rational, strategisch und vor allem gelassen.
Weiterhin viel Erfolg beim Investieren, Nachdenken und beim Vermögensaufbau. Denken Sie viel über Ihr strategisches Vorgehen nach, es lohnt sich.
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Herzlichst, der 5vor12
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