Ist Fokussieren nicht gefährlich? – Swissair / Enron – Teil 4

Wenn wir uns die Geschehnisse bei Enron, Petroplus oder auch bei der Deutschen Telekom genauer anschauen, dann kommen wir immer wieder zu ähnlichen Schlüssen: Da kam nichts aus dem Nichts!

Es war nicht einfach und plötzlich da, alles hat sich angekündigt, entweder geschichtlich, bilanziell oder ganz einfach als Muster im Chart (Charttechnick). Aber schauen wir selber…

Enron

Enron war einer der grössten Energiekonzerne der Welt, mit Sitz in Houston / Texas. Er war ein Vorzeigekonzern und löste mit seiner wahrhaft kreativen Buchführung (Bilanzfälschungen) einen der grössten Unternehmensskandale der US-Wirtschaft aus. Um es gleich vorweg zu nehmen: Solche verschlungenen Bilanzfälschungen kann ein Laie nicht erkennen, weil sie nicht einmal die Fachleute erkannt haben!!

Ohne gross auf die Geschichte von Enron einzugehen, gibt es aber einige Punkte, die man hätte bemerken und sein Handeln anhand dieser verändern müssen.

1.) Enron (seine Manager) haben nie präzise Auskunft über ihre “neue” Neuausrichtung ihres “Online Geschäftsmodells” gegeben (1999). Eigentlich war niemandem wirklich klar mit was Enron seine Gewinne macht.

2.) Die Geschäfte von Enron waren so verschlungen und komplex, dass sie nur sehr schwer zu verstehen und zu durchschauen waren.

3.) Und das ist ein entscheidender Punkt, im August 2000 , als den Managern anscheinend klar wurde, dass dieses Betrugsgeflecht nicht mehr aufrecht zu halten war, verkauften die Manager (um den Höchstkurs von 90 US-Dollar) alle ihre Aktien!!?? Und sie verboten den Angestellten der Firma dasselbe zu tun!? Am 2. Dezember 2001, ca. 15 Monate später, wurde die Insolvenz angemeldet.

4.) Der Chart > einer verkauft immer! Wer verstanden hat, dass im Chart wirklich “immer” alles schon enthalten ist, der konnte anhand verschiedener Indikatoren (RSI, ROC, Stochastic) auf Monats- und Wochenbasis erkennen, dass er dringend Positionen abbauen sollte, da nach einem mehrjährigen Verweilen im überkauften Bereich ein ziemlich starker Abverkauf (Bereinigung) folgen sollte.

Fazit: Das Enron-Desaster war nicht so einfach zu erkennen, wie es in der Vorgeschichte der Swissair sich immer mehr ankündigte. Nichtdestotrotz wäre Enron – alle Lobeshymnen hin oder her – kein Unternehmen für einen langfristigen Vermögensaufbau. Grund Punkt 1 + 2, das Geschäftsmodell war nicht einfach und verständlich und das Management nicht transparent und kommunikativ. Gier macht blind und daraus entsteht immer noch mehr Blindheit. Kaufe nur was Du verstehst…!.

Punkt 3 war aber ein Signal, das keine einziger Investor, Aktionär, Pensionskassenbesitzer (leider wurde es ihnen verboten) hätte ignorieren dürfen. Wenn das Management alle seine Anteile veräussert, dann ist das eine Sprache, eine Mitteilung die Sie in solchem Umfang sehr ernst nehmen dürfen. Das hat Signalcharakter > die Führer glauben nicht mehr an ihr “Kind !! <. Hier dürfen auch Sie einen grossen Teil, oder alle Ihre Anteile verkaufen. Die Insider wissen immer mehr und Dinge, die Sie nicht wissen. Vielleicht verkauft mal ein Manager einige Aktien, oder löst Optionen aus, aber alle!? Es gibt noch andere Unternehmen und andere Chancen. Seien Sie nie gierig, das ist der Tod eines jeden Vermögensaufbaus.

Wer den Chart analysiert hat, für den kam die Insolvenz gleichwohl überaschend, aber nicht der dazugehörende starke Abverkauf. Charttechnik ist heutzutage für jeden Investor einfach unentbehrlich. Richtig gelernt, kann er Einstiegszeitpunkte, Positionsauf- und abbau und Ausstiege (RSI Strategie auf Monatsbasis) genauso, wie sich ankündigende Trendwechsel ganz klar komunizieren.

 

 

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Herzlichst Euer 5vor12

 

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