Swissair, Enron, Petroplus > Schauen Sie sich doch einmal die Charts, Geschichte und die der Zeitspanne entsprechenden Bilanzzahlen der jeweiligen Unternehmen an, da kam nichts über Nacht!!
Diese Abverkäufe liefen über 2-3 Jahre, und das Vorspiel bis 10 Jahre vorauslaufend, bis der finale Bankrott zum Tragen kam. Wenn wie bei der Swissair die Erträge weiterhin anwachsen, das Reinergebnis aber plötzlich wegbricht (1990), dann muss man sich als Aktionär halt schon ein bisschen Gedanken machen. (Beachten sie die Zahlenreihen 1990 – 1995. Erträge steigen, oder bleiben hoch, Reinergebnis fällt in sich zusammen).
Nach der Liberalisierung des Luftverkehrs in den USA und in Europa wurde sehr schnell klar, dass die goldenen Zeiten vorbei waren. Viele gute Fluggesellschaften gingen in Folge in den Konkurs!! (noch vor der Swissair), da der mörderische Preiskampf (staatliche- und halbstaatliche Preisvorschriften verschwinden), steigende Treibstoffpreise, enorme Konkurrenz, schwache Konjunktur etc. den Weg bedingungslos vorgaben.
Die Swissair schrieb gnadenlose Verluste, musste Rückstellungen auflösen, Dividenden streichen, Allianzen und Fusionspläne (Alcazar) prüfen!! und hat so, wie ich das miterlebt habe, keinen Hehl aus den riesigen Problemen gemacht, die durch Umfeld- und Gezeitenänderung vor ihr aufgetaucht waren.
1992 haben die in der international Air Transport Association (IATA) zusammengeschlossenen Fluggesellschaften zusammen, über die letzten drei Jahre so viel Verluste gemacht, wie in den vorherigen 70 Jahren Luftfahrtgeschichte Gewinne erzielt wurden!!, usw. usw.
Die Swissair wurde nicht nur die “fliegende Bank” genannt, weil sie sehr solide war (was sie wirklich einmal war!), sondern auch wegen den unendlichen, undurchsichtigen Verstrickungen in unzählige Kapital-Beteiligungen, die mit dem Kerngeschäft nicht viel zu tun hatten. (Nur eine Bank hat da noch den Durchblick!, heute wissen wir, dass auch das nicht stimmt.)
Das war in den Jahren 1990 – 1993, das Grounding war am 2.10.2001 (Für alle, die noch ein bisschen Kino schauen wollen > hier noch ein Film). Sie sehen , da kam rein gar nichts über Nacht. Die Vorteile (und gleichzeitig auch der Nachteil > Arbeit) des fokussierten Investierens > man beschäftigt sich mit seinen Investments.
Sogar wer einfach investiert blieb und sich keine Gedanken über die Zukunft dieser Art von Geschäftsmodell gemacht hat (machen wollte), der hätte im Jahr 1998, beim Hoch von 500 CHF anhand des RSI auf Monatsbasis erkennen müssen (RSI war mehrere Jahre im überkauften Bereich!!), dass erste Teilverkäufe nötig werden. Eine einfache Strategie, die wir immer anwenden – Gier nach noch immer mehr ist tödlich.
Hätte man einen ersten Drittel der gehaltenen Position – aus Notwendigkeit – abgebaut und als Cash, oder in ein günstigeres/unterbewerteteres Unternehmen im Depot umgeschichtet (RSI – Strategie) wäre ein Teil des Schadens schon einmal reduziert gewesen.
Die restlichen 2 Drittel wären mit Sicherheit über die nächsten Jahre verkauft worden, da die Kriterien an das Geschäftsmodell und an das Management nicht mehr gegeben waren. (Von den Kenn- und Bilanzzahlen ganz zu schweigen.)
Und es haben viele Aktionäre ihre Titel verkauft!!, weil es ihnen nicht mehr ganz geheuer war, was da vor sich ging. Alle die aus Vaterlands- und Luftfahrtliebe, aus Unwissenheit und “Fremden-Stimmen-Glauben” – anstelle von selber Hinschauen – dabei geblieben sind, mussten eine schmerzhafte Erfahrung machen.
Auch Charttechnisch, wäre das Ereignis durchaus erkennbar gewesen (Bericht lesen).
- Ist Fokussieren nicht gefährlich > Swissair/Enron etc. Teil 1
- Ist Fokussieren nicht gefährlich > Swissair/Enron etc. Teil 2
- Ist Fokussieren nicht gefährlich > Swissair/Enron etc. Teil 4
- Ist Fokussieren nicht gefährlich > Swissair/Enron etc. Teil 5
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Herzlichst Euer 5vor12
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