Glauben oder Wissen

Erfahrungen zeigen, dass Menschen sich in gewohnten Dingen eher überschätzen und in ungewohnten, neueren Situationen eher unterschätzen. Klartext: Etwas, das ich kann, z.Bsp. Autofahren, geht gut von der Hand, darum meine ich jeder Situation auch gewachsen zu sei.

Dichtes Auffahren zum Vordermann ist o.k., ich kann ja bremsen. Meine Reaktionsfähigkeit ist hervorragend. Dass mein Fahrzeug bei 120 km/h auch bei 10 Meter Abstand nicht zum stehen kommt, blende ich aus, da mir die regelmässige Erfahrung – durch praktische Fahrtrainings – bei Vollbremsungen, einfach fehlt (und doch tun es viele).

Ich fülle diesen Mangel an Praxis einfach mit erdachtem “Ich schaff das” oder mit “innerer Leere”. Ich überschätze meine geistige und körperliche Reaktionsfähigkeit durch Unterschätzen meines Mangels an praktischen Erfahrungen.

 

“Wer sich überschätzt, überschätzt viel mehr als nur sich selbst”

 

Umgekehrt, habe ich mal einen grossen Verlust an den Börsen erwirtschaftet, dann habe ich den ersten grossen Tiefschlag bekommen, ich werde nie mehr so unbeschwert an die Dinge ran gehen wie vor dem Zwischenfall.

Dabei habe ich mich nur überschätzt und bin ohne angemessene Strategie, ohne kompetentes Fachwissen und Können und vor allem, ohne mir meiner Risiken bewusst zu sein, mit meiner eigenen Art kollidiert.

Ist auch richtig; Grobfahrlässig ist und bleibt auch immer grobfahrlässig. Ob mit dem Kraftfahrzeug oder mit Ihrem Geld, egal. Wer nicht weiss, was er tut, der weiss nicht, was er tut. Er kann also nicht “angemessen” handeln.

Sie werden feststellen, ein heikles Thema. “Da kann ich ja gleich zuhause bleiben”, werden jetzt einige sagen. “Kann doch immer was passieren.” Ja, genau. Und das ist ja genau das Entscheidende.

 

“Wissen sollte ich es”

 

Wir glauben, wenn es läuft – sehr schnell – wir sind Gott. Und wenn es nicht läuft, werden wir still. Wer sich kennt und schon einige Erfahrung mit seinem Mensch-Sein hat, der weiss, dass angemessenes Handeln keine Selbstverständlichkeit ist und bei Erfolg, sowie bei Misserfolg steter Kontrolle und Verbesserung bedarf.

Ansonsten droht scheitern, entweder von oben nach unten (Grössenwahn, Absturz) oder von unten nach unten (Depression, Dauer-Versagen). Ich tue also gut daran, meine Selbsteinschätzung und mein damit verknüpftes Selbstvertrauen regelmässig zu bearbeiten. Auch das sind Investitionen.

Wenn mir jemand sagt: “Ohh…, gefährlich, aufpassen, dass man nicht in ein fallendes Messer greift…”, dann weiss ich in etwa schon, was ich vor mir habe. Jemand, der glaubt:

 

  • Etwas über den Markt zu wissen,
  • Jemand der bewusst oder unterbewusst glaubt, er wisse, wann es an den Börsen gefährlich ist und wann nicht,
  • Oder noch besser, der glaubt – wieder bewusst oder unbewusst – er wisse, wann es wieder aufwärts geht und wann er im rechten Moment wieder einsteigen und kaufen kann,
  • Oder aber, jemand, der alles auf einen Titel setzt und wartet, bis er den besten Moment dafür erwischt und auch wieder glaubt, das regelmässig zu können,
  • Oder aber jemand, der glaubt von Börse was zu verstehen, aber schlichtweg keine Ahnung hat,
  • etc. etc.

 

Eines kann man aber sicher sagen: Langfristig wird er/sie so keinen stabilen Erfolg haben.

Warum? Weil die unbewusste Selbstüberschätzung – auch nur annähernd eine Ahnung zu haben – wo ein Tief sein könnte, langfristig Emotionen auslöst, die dem Körper, dem Geiste, dem Selbstvertrauen, der Psyche, der Seele etc., so intensiv schaden – nämlich über Stress – dass er oder sie sich selber irgendwann aus dem Rennen nehmen wird. Mit allerlei Ausreden.

Seien Sie nicht naiv. Voraussehen können, heisst hellsehen können. Und dieses Können, heisst wiederum – immer und wirklich immer, es zu wissen und es jedes Mal zu treffen – da ich es ja kann und voraussehe. Und zwar genau auf den Punkt. Trifft es also nicht jedesmal ein, kann ich auch nicht voraussehen und schon gar nicht hellsehen.

Darum sind Analysten, Experten und Medien-Schreiber von Beruf ja auch Analysten, Experten und Medienschreiber, also Herausgeber von News und Prognosen, Börsenbriefen etc. und keine z.Bsp. profitablen Trader oder Investoren.

Gute Marktakteure verdienen Geld – immer – überall auf der Welt, aber sie sind nicht dumm innerhalb ihrer Selbst-Einschätzung. Sie haben immer eine Strategie. Sie denken nicht daran ein Tief zu finden, vielmehr benützen sie alle funktionelle Strategien, die das persönliche Risiko bei einem Einstieg minimieren.

 

“Lache nie über Dummheit, sondern erkenne die Chance”

 

Selbstüberschätzung ist echte Dummheit. Warum: Weil keiner von den Voraussagern auf der Forbes-Reichsten-Liste ist. Wenn einer meint, die Zukunft zu kennen, dann ist er eben genau nur dort: Er meint, die Zukunft zu kennen. Rätselraten auf hohem Niveau.

Auch die Elliott Wellen, die ich selber intensiv anwende sind nur Wahrscheinlichkeiten innerhalb der Fibonacci-Folgen und Retracements. Schauen Sie hier rein. Ein kleiner Einblick in die Erkenntnise des Herrn Fibonacci. Es klappt häufig, aber nie immer und schon gar nicht regelmässig auf den Punkt. Aber, bestes massenpsychologisches Verhalten auf mathematischer Natur-Basis.

Wer zum Thema Märkte und Börsen wirklich regelmässig und in Wiederholung, etwas über den Markt weiss, der ist Milliardär und nicht Millionär. Alles andere sind Geschichtenerzähler. Märchenzeit. Zugegeben toll verkauft und gut verpackt, aber eben Märchenzeit.

Und bezahlen tun das alles Sie. Alle wollen nur Ihr Bestes, nämlich Ihr Geld. Es ist ein riesen Geschäft mit der Angst. Und verstehen Sie mich nicht falsch, wenn jemand Unterhaltung, vordergründige Stütze etc., will und braucht, dann sind diese Angebote in Ordnung.

Aber in der eigenen Bewusstseinsbildung über Investitionstechnik, das Verhalten von Märkten und Kursen und ihren Treibern oder über mein eigenes Verhalten, haben solche Mythen nichts verloren. Der Glauben heiligt die Mittel.

Wenn Sie keine eigene Marktmeinung haben, dann haben Sie eben keine eigene Marktmeinung. Dann müssen es Dritte für Sie richten. Ein ständiges sich selber verlassen und sich auf andere verlassen. Für eine eigene Meinung brauchen Sie nur Stehvermögen und den Mut Ihrer eigenen Kompetenz zu trauen, aber sicher nicht die anderen.

 

“Vor allem und entscheidend ist, eine eigene Meinung zu haben und sich nicht von Dritten beeinflussen zu lassen”

 

Wer sein Geld an den Börsen selber anlegen will, der sollte wissen, was möglich ist und wo er selber steht.

Keine Selbstüberschätzung, keine Selbstunterschätzung. Angemessenes Bescheid-Wissen über meine persönlichen physischen Möglichkeiten wie: Nervenkraft, Angst, Ausdauer, Dranbleiben etc, und meine persönlichen Ziele und Umstände.

Und wichtig: Prüfe, ob der Drittanbieter – sollte selber machen nicht Ihr Ding sein – weiss, von was er redet. Oder sind das wieder nur Versprechen, wie bei den aktuellen Rentenversprechen, mit permanent fallenden Umwandlungsätzen. Das hat alles mal ganz anders getönt.

Es ist wie in der Politik. Reden, Reden, Reden. Sehr viel ist da nur Selbstprofilierung, Parteieninteresse, Eigeninteresse und allerlei gefüttertes Selbstwertgefühl. Oder haben Sie wirklich geglaubt, dass da jemandem Ihr persönliches Wohlergehen am Herzen liegt?

Bewusstseinsbildung ist das A und O an den Finanzmärkten, in der Politik und im Leben. Wer das Börsenhandwerk nicht zufällig von der Pike an in die Wiege gelegt bekam, tut gut daran, sich gezielt weiterzubilden. Möglichkeiten gibt es mittlerweilen wie Sand am Meer.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen wie immer –  erhellenden und klärenden 5vor12 Sonntag, beste Erholung, ein sonniges Wochenende/Ferienbeginn und viel Spass und Freude mit dem immer besser werden. Bleiben Sie dran, geniessen Sie das Leben und helfen und spenden Sie klug – für alle, die in Not sind – der Rest kommt von allein. Schiff ahoi, … und wie immer…

Weiterhin viel Erfolg beim Investieren, Nachdenken und beim Vermögensaufbau. Denken Sie viel über Ihr strategisches Vorgehen nach, es lohnt sich.

Herzlichst, der alte 5vor12

Mehr zu unserer Strategie im Buch: 5vor12 – Das Aktien Investing Lernprogramm.

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