Das grosse Geheimnis an der Börse ist nicht, wie viele vielleicht denken werden, hohe Gewinne zu erwirtschaften, sondern in diesem systemischen Marathon auch wirklich kontinuierlich im Rennen zu bleiben.
Wie viele Menschen und Anleger rennen an der Börse dem “Heiligen Gral” hinterher, also der absoluten Methode, die einen zum schnellen Gewinn bringt?
- Charttechnik,
- Fundamentalanalyse,
- Elliott Wellen,
- Cashflowanalyse,
- Gleitende Durchschnitte,
- passives Anlegen, aktives Anlegen,
- Zykleninvestments,
- Trend-Abos,
- und, und, und…
Glauben Sie mir, viele.
Und viele werden entäuscht und mit der Überzeugung, dass die Börse schlecht ist, sich abwenden und die Chance vergeben, zu einem guten Anleger, oder sogar zu einem eigenständigen Investor zu werden.
“Lieber langfristig keine Verluste, als dieses ewige Streben nach riesen Gewinnen”
Eines der wirklichen Geheimnissen an dem Marktplatz Börse ist das Wissen darum, langfristig dabei zu bleiben, anstelle kurzfristigem Ausbrennen und kurzfristigem Rennen.
Wer über 20-30 Jahre z.Bsp. regelmässig Dividenden von Novartis, Roche oder Zurich Ins. ausgeschüttet bekommen und re-investiert hat, der weiss, was ich meine. Da kommt etwas zusammen! Das ist nicht “Nichts”.
Wer dann auch noch rechnet, nachdenkt und Aufzeichnungen über sein Verhalten und seine Ergebnisse gemacht hat, der wird häufig bemerken, dass er sogar besser gefahren ist, ohne das ganze Hin und Her (ständiges und hektisches Kaufen und Verkaufen).
Intelligenz definiert sich nicht darüber, was ich alles rennen, glauben und machen kann, sondern eher darüber, was ich eben nicht mehr rennen, glauben oder machen muss, sprich einfach mal weglassen kann.
“Oder anders gesagt: Der Dumme lernt durch Schmerz, der Weise durch Erkennen und Verstehen”
Wer ein Leben lang im Rennen bleibt und:
- Ruhig seinen Arbeiten nachgeht,
- Kontinuierlich jeden Monat seine Sparbeiträge zur Seite legt,
- Diese jährlich nur ein bisschen erhöht,
- Selbige regelmässig auf sein Investitionskonto einzahlt,
- Solide, nach seiner persönlichen Strategie, im immer gleichen und vorgegebenem Rhythmus anlegt,
- Seine Unternehmen und Investments auch begleitet (Geschäftsmodell, Risiken, Aussichten, Bilanzen und Kennzahlen) und versteht,
- Diese Strategie, bodenständig, auch in Krisen durchhält,
- In Korrekturen und Turbulenzen weiss, wie er sich zu verhalten hat,
- Und solide Unternehmen kauft und nachkauft,
- Den Cost-Average Effekt und den ZinsesZins der regelmässigen Einzahlungen, nutzt,
- Mit einer einfachen 3-SpeichenRegel arbeitet,
- Etc., etc.,
- Der wird schlussendlich ein Ergebnis erhalten, das um einiges besser ist, als seine primäre Ausgangslage einmal war – damals – als er begonnen hat.
“Ich bin nicht in eine flüchtige Hausse investiert, sondern hoffentlich in langfristig, hervorragende Unternehmen und Investments”
Viele grosse Anleger und Investoren sind immer Ausreisser auf der Investoren-Skala. Das heisst aber nicht, dass man z.Bsp. mit einem einfachen ETF, sprich: einer einfachen ETF-Strategie auf den SMI, S+P 500 etc., oder einer einfachen und überschaubaren Aktien-Strategie nichts zustande bekommen hätte.
Unterschätzen Sie niemals die langfristige Wirkung des Zinseszins-Effekts und regelmässigem, langfristigen, diszipliniertem Vorgehen. Ändern Sie niemals Ihre Strategie, nur weil es mal knallt und crasht an den Börsen, oder weil eine andere Branche mal wieder besser läuft.
Wir haben heute, als Familie, noch immer das gleiche Vorgehen wie zur Zeit meines Grossvaters. Ruhig und kraftvoll wie ein Wasserrad. Beständigkeit, Beständigkeit und nochmal Beständigkeit.
In einer Welt von lauter “Reddit-, Handy- und Schnell-Trader”, “Immer wieder von Neuem Beginner”, “Mathematischen und theoretischen Alleswisser”, “Algotradingfreaks” etc. zugegeben eine sehr konservative und provokante Aussage, aber nach über 30 Jahren persönlicher und praktischer Bösenerfahrung, durchaus vertretbar.
Eine durchdachte, funktionelle und in der Praxis geprüfte und bewährte Strategie, trägt mich über Gezeiten. Da muss man nur noch Feinanpassungen und gezielt Yoga- und Atemübungen machen, um die Ruhe auch zu ertragen. Denn das ist bei den meisten ja das Problem.
“Überschiessende Betriebsamkeit”
Lässt man die Strategie dann aber wieder fallen, dann war es zwar eine Strategie, aber nur innerhalb meiner sprunghaften, persönlichkeitsgeprägten Hüpf-Wesenheit.
Und weil bei vielen Anlegern eben gerade dieses “Hüpf- und Experimentier-Mentalität” vorherrscht, ist “Schau, die Strategie läuft wieder besser”, weit verbreitet. Ergebnis: Hoch kaufen, tief fallen = Börse ist gefährlich.
Man lernt nie tief kaufen in einem Crash oder Bärenmarkt, wenn man nicht mit seinen Unternehmen und seiner, hoffentlich auf diese Situationen vorbereitete Strategie, wirklich durch etwas hindurch geht.
Wir haben noch nie in einem Crash wirklich Geld verloren, wir waren nur um bis zu 40% “leichter” (mit unseren fokussierten Aktienportfolien). Das ist nicht dasselbe. Aber im selben Moment, wo wir 40% leichter waren und unsere – durch unsere Strategie – automatisch, aufgebauten Bargeldreserven – wieder einsetzen konnten, waren wir schon wieder ein kleines Stück “vermögender”.
(Kurz erklärt: Wer in einem Crash z.Bsp. langfristig beständige Unternehmen, wie Nestle, Novartis, Roche kauft, der kauft tief und er kauft dadurch Gewinne durch Kursanstiege und zukünftige, stabile Dividenden. Wer schon bestehende, kleinere SMI-Unternehmen nachkauft, z.Bsp. Partners Group, Sika, Givaudan, Geberit, der holt seinen Einstandskurs – wenn er im Minus sein sollte – nach unten und hat den gleichen Effekt wie oben. Langfristig Kursgewinne durch Kursanstiege und zukünftige, langfristig stabile Dividenden.)
Ohne unsere – innerhalb unserer persönlichen Dreispeichen-Positionierung – zum Teil gegenläufig zum Aktienmarkt sich entwickelnder Asset-Klassen mit eingerechnet. Wer strategisch intelligent sich aufstellt, der wird auch seine absichernden und gegenläufig, ausgleichenden Früchte ernten.
Wer zu viel auf Untergangspropheten, Schwarzseher, Produkteverkäufer, Medien, Finanzmedien aller Art, Zukunfts-Mieslinge und allerlei Allerlei hört, der wird natürlich nie wirkliche Erfahrungen an den Börsen machen.
Da sie/er ja immer von Drittpersonen, Drittmeinungen, Angst, Negativität und dem Versuch mit ihnen Geld zu verdienen, beeinflusst und abhängig ist. Da nützt auch kein Hightech-Taschenrechner.
Eine gefährliche Mischung und vor allem eine gefährliche Wahl. Jedenfalls gefährlicher, als über gute und solide Unternehmensbeteiligungen und Investments – eigenständig und ev. sogar in Eigenregie – an den Märkten investiert zu sein und diese langfristig zu halten, zu begleiten, und angemessen zu diversifizieren.
Wenn Sie Ihre Kinder unbedingt kaputt machen wollen, dann füttern Sie sie mit Angst. Ich für meinen Teil hab mich da ganz klar für die andere Richtung entschieden.
Entscheidend ist und bleibt immer mein Wissen, mein “reifes” Verständnis, mein Zeithorizont, und immer und immer wieder > meine hoffentlich gut und durch Können gewählte Strategie.
Aber eben wissen muss ich es und umsetzen muss ich es. Sonst bleiben es nur Gedanken, die wieder von anderen Gedanken übertönt werden. Ein heutiges Gesellschaftsspiel, das sich leider immer grösserer Beliebtheit erfreut > zerstreutes Sein.
“Beginnen Sie so früh wie möglich und bleiben Sie dran, der Rest kommt von allein”
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen wie immer – Hammer – 5vor12 Sonntag, viel Mut, Sammlung, Konzentration und beste Gesundheit. Lassen Sie Bäume wachsen. Bleiben Sie dran, geniessen Sie das Leben und helfen und spenden Sie klug, der Rest kommt von alleine, … und wie immer…
Weiterhin viel Erfolg beim Investieren, Nachdenken und beim Vermögensaufbau. Denken Sie viel über Ihr strategisches Vorgehen nach, es lohnt sich.
Herzlichst, der 5vor12
Mehr zu unserer Strategie im Buch: 5vor12 – Das Aktien Investing Lernprogramm.
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